Annemieke van Dam, Drew Sarich, Ana Milva Gomes, Gino Emnes und Wietske van Tongeren in Oberhausen

Beim letzten Stop ihrer Tour im Metronom Theater Oberhausen verwandelten die Dutch Divas (DIE GROSSE GALANACHT DES MUSICALS) die Bühne in ein musikalisches Feuerwerk aus Emotion, Kraft und Leidenschaft. Unterstützt von den Special Guests Drew Sarich und Gino Emnes erlebte das Publikum einen Abend, der in Erinnerung bleibt.

Die emotionalen Songs aus bekannten Musicals spannten einen weiten Bogen zwischen leisen, intimen Momenten und großen, dramatischen Höhepunkten. Der Gender Swap der Hymne „Ich gehör nur mir“ aus Elisabeth, eindrucksvoll interpretiert von Gino Emnes, sorgte für Gänsehaut im Saal. Ebenso setzte Drew Sarich mit seiner rockigen Version von „All That Jazz“ aus Chicago und E Gitarre ein energiegeladenes Ausrufezeichen.

Doch das Herz des Abends waren die drei Ausnahmekünstlerinnen selbst.

Ana Milva Gomez beeindruckte mit einer warmen, facettenreichen Stimme und einer enormen Bühnenpräsenz. Ihre Interpretationen zeichneten sich durch Intensität und emotionale Tiefe aus. Sie verstand es, jede Textzeile mit Bedeutung zu füllen und dem Publikum das Gefühl zu geben, unmittelbar Teil der Geschichte zu sein. Besonders in den ruhigeren Balladen zeigte sie eine berührende Verletzlichkeit, während sie in kraftvollen Ensemble Nummern mit Stärke und Ausdruck glänzte.

Annemieke van Dam brachte ihre internationale Erfahrung und stilistische Vielseitigkeit ein. Mit markanter, strahlender Stimme und technischer Präzision meisterte sie anspruchsvolle Passagen scheinbar mühelos. Ihre Ausstrahlung verband Eleganz mit Nahbarkeit. Sie wechselte souverän zwischen großen Musical Hymnen und feinfühligen Momenten und verlieh dem Programm eine besondere dramaturgische Balance.

Wietske van Tongeren überzeugte durch ihre emotionale Intensität und ihre starke Verbindung zum Publikum. Ihre Stimme besitzt eine spannende Klangfarbe, die unter die Haut geht. In dramatischen Songs entwickelte sie eine beeindruckende Sogwirkung, während sie in harmonischen Trio Passagen sensibel und präzise agierte. Ihre Bühnenpräsenz wirkte authentisch und kraftvoll zugleich.

Gemeinsam bildeten die drei eine Einheit, die weit über die Summe ihrer Einzelstimmen hinausging. Ihre Harmonien waren perfekt aufeinander abgestimmt, ihre Dynamik lebendig und spürbar. Zwischen ihnen herrschte eine Vertrautheit, die sich in Blicken, Gesten und musikalischer Feinabstimmung zeigte.

Den klanglichen Rahmen schuf die ausschließlich weiblich besetzte Band unter der Leitung von Herbert Pichler. Diese geballte Frauenpower sorgte für einen differenzierten und zugleich kraftvollen Sound. Präzision, Spielfreude und musikalisches Feingefühl machten den Abend zu einem Hochgenuss.

Das Tourfinale der Dutch Divas in Oberhausen war mehr als ein Konzert. Es war ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie stark individuelle Persönlichkeiten zusammenwirken können, wenn künstlerische Qualität, Leidenschaft und gegenseitiger Respekt aufeinandertreffen.