Der Hund im Park

Eine Kurzgeschichte von M. Luv

Seine Welt schrumpfte zusammen auf die quirligen Sprünge der gelben Filzkugel. Nichts anderes zählte für den Hund.  

Der Mann beobachtete das Spiel mit starrem Blick. Er saß zusammen gesunken auf der Bank, auch seine Welt war geschrumpft. Auf eine einzige Ankündigung in seinem Kalender: heute, 12 Uhr, Professor Meissner, Uniklinik.

Die Worte tanzten vor seinen Augen. Seine Gedanken schienen ihm Streiche zu spielen; was hatte seine Mutter damit zu tun?

Unermüdlich jagte der Hund dem Tennisball hinterher. Schnappte ihn – meist aus der Luft – brachte ihn flugs zur Werferin. Immer wieder und wieder.

Und er? Machte auch er sich auf immer wieder und wieder das Gleiche zu tun? Wie früher, als er täglich seine Tasche nahm und zum Abschied winkte? 12 Uhr, Professor Meissner, Uniklinik.

Nein, diesmal war es anders. Ganz anders. Dieses Mal gab es keine Werferin, die seinen Weg bestimmte. Heute ging er allein, niemand schickte ihn. Er sah auf die Uhr: 11.30. Seine Hände begannen zu schwitzen. Er lauschte dem flinken Klopfen seines Herzens. Ob das Hundeherz auch so hämmerte? Vor Freude? 

Dachte es und bemerkte, dass der Hund verschwunden war.

 

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