Clubhouse – jetzt gibt’s was auf die Ohren

Willkommen im Club oder: Der Hype um die CLUBHOUSE APP

von Tanja Rösler

Keine Likes, keine Kommentare, quasi nichts für unser Auge. So kommt sie daher, die neue App auf dem besten Weg zum Weltruhm.

CLUBHOUSE ist eine Audio App, die den Nutzern einen stimmlichen Austausch erlaubt. Die Entwickler stellen virtuelle Räume zur Verfügung, in denen sich die Nutzer zu unterschiedlichsten Themen austauschen können.

GOOGLE als Kinderstube

Paul Davison und Rohan Seth, die Entwickler, haben früher bei GOOGLE gearbeitet und dürften bestens mit KnowHow ausgestattet sein. Bisher ist die App nur für IOS Nutzer zugänglich, eine Version für Android soll wohl folgen. Wann ist unklar.

Warum wächst CLUBHOUSE unbegrenzt?

Das exponentielles Wachstum der Nutzerzahlen ist leicht erklärt: nur wer eine Einladung von einem bereits registrierten Nutzer hat, kann die App in vollem Umfang nutzen. Dann wiederum hat dieser zwei Einladungen frei, die er an seine Kontakte weitergeben kann. Und an dieser Stelle wird es tricky, denn die App greift auf die persönlichen Kontakte zu. Das ist ein möglicher Datenschutzkonflikt. Auch, dass die Gespräche aufgezeichnet werden, dürfte Datenschützern nicht gefallen. Andererseits dient der Mitschnitt zur Nachverfolgung diskriminierender Aussagen.
Chartstürmer ohne das Leben der Anderen
Doch liegt es nur an der momentanen Exklusivität, dass CLUBHOUSE die App-Charts anführt? Vielleicht nicht, denn es könnte etlichen Usern gefallen, dass die App immun scheint gegen Äußerlichkeiten und persönliche Empfindlichkeiten. Wer Speisepläne, Modelzauber, Schminktipps und das tagtägliche Leben der Anderen sucht, ist bei CLUBHOUSE bislang falsch.
Inhalte mit Mehrwert hingegen sind quasi an der Tagesordnung. Ob Investments, Aktien, Start-Ups oder politisch motivierte Unterhaltungen; Kunst, Kultur und Literatur; die Themen sind teilweise so erfrischend einfach anders und die User bekommen ganz unaufgeregt zielführende Inhalte auf die Ohren.

Sind wir satt vom den ständigen visuellen Reizen der sozialen Netzwerke?

Ich antworte darauf ganz klar mit JA. Und für mich ist das einer der Hauptgründe, warum CLUBHOUSE solch einen fulminanten Start auf das App-Parkett legt. Die App lässt wenig Raum für visuelle Vergleiche, nimmt den Druck raus und richtet die Aufmerksamkeit auf Wesentliches. Mein Kopfkino erwacht durch die Audio-Inhalte zu neuem Leben. Gerade so als bahne es sich den Weg aus dem Lockdown. Da kann alles andere gerne folgen …

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