Sopranist Bruno de Sá im Dortmunder Opernhaus – eine Sensation

SEHNSUCHT - EIN BAROCKES PASTICCIO

Bruno de Sá - SEHNSUCHT (Björn Hickmann, Stage Picture)

Bruno de Sá ist Sopranist. Ja, richtig gelesen, ein Mann mit Sopranstimme. Nein, kein Countertenor. Angeboren, diese Gabe. Es soll weltweit nur zwei aktive Sopranisten geben. Und allein deshalb war die Premiere von SEHNSUCHT – ein barockes Pasticcio im Theater Dortmund sensationell.

Ein Pasticcio setzt sich aus unterschiedlichen Arien zusammen und bedingt eigentlich keiner Geschichte. Aber die Macher von SEHNSUCHT – ein barockes Pasticcio (Merle Fahrholz, Laura Knoll, Andreas Rosar) haben sich etwas Besonderes einfallen lassen: Die Opernausschnitte untermalen die Geschichte eines Mannes, der selbstkritisch auf existenzielle Momente in seinem Leben zurückblickt und seine Fehler fesseln ihn und das Publikum gleichermaßen.

Fünf Mitglieder hat das Ensemble um den jungen Shootingstar der Opernszene de Sá. Musikalisch werden die Künstler von Mitgliedern der Dortmunder Philharmoniker begleitet. Leider  sind die Musiker noch nicht wieder vollzählig im Orchestergraben, aber dieser Zustand wird sich wohl ganz bald ändern. 

Intendant Heribert Germershausen ließ das Publikum wissen, dass noch im Oktober wieder Aufführungen mit gut gefülltem Saal und beliebten Premierenfeiern möglich sein können. „In keinem anderen geschlossenen Raum in Dortmund dürfte die Luft so gut wie bei uns“, inspiriert der Opernhaus-Chef die letzten Zweifler und animiert Kulturbegeisterte zum Live-Erlebnis. 

Doch wie war es nun, einen Sopranisten zu hören? Sagen wir so: Lässt man sich nach dem ersten Erstaunen und dem Gefühl, dass zwischen Optik und Akustik etwas nicht passt, auf den wunderschönen Klang der Stimme ein, fühlt man sich tatsächlich entrückt in eine andere Welt. Ein besonderes Erlebnis eben. 

Besonders berührend war allerdings David DQ Lee, der als Countertenor die Rolle des selbstkritischen Mannes mit allen Facetten sang und spielte.

Mit Sooyeon Lee (Sopran), Hyona Kim (Mezzosopran) und Denis Velev (Bass) war für jeden Geschmack eine meisterliche Stimme dabei.

Einzig voll besetzte Ränge fehlten dem Stück. So hätten die stehenden Ovationen und Bravo-Rufen die Künstler noch mehr belohnt. 

Aber: Nach der Premiere ist vor den noch folgenden Aufführungen. Die aktuellen Termine gibt es HIER

SEHNSUCHT geweckt?

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