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Nachhaltigkeit in der Hotellerie – ein Best Practice Beispiel aus Wagrain im Salzburger Land

Das Naturhotel Edelweiß in Wagrain hat mit Chefin Saskia Bergmüller eine Powerfrau in Sachen Umweltschutz

Für Saskia Bergmüller vom Naturhotel Edelweiß stehen die Zeichen auf GRÜN (Foto: Hotel Edelweiß)

Wegsehen ist keine Option. Der Klimawandel zwingt alle Berufsgruppen ihr Agieren in puncto Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu hinterfragen und nach neuen Lösungen für ihre Bereiche zu suchen und diese konsequent umzusetzen. 
Besonders der Tourismus ist von klimabedingten Naturkatastrophen betroffen und nicht zuletzt daher fühlen sich die Hoteliers in Zugzwang. Zum Glück, denn gerade solch ein komplexes Unternehmen wie ein Hotel kann mit durchdachten Lösungen einen großen Teil zum Schutz beitragen. Und das gefällt den Gästen, mittlerweile gelten Umwelt- und Qualitätssiegel oft als buchungsentscheidend. Doch wie kann solch ein Unterfangen in der Praxis aussehen? Saskia Bergmüller, Inhaber des Naturhotels Edelweiß in Wagrain gibt einen kleinen Einblick in ihre Art mit der Natur und ihren Ressourcen umzugehen.

Biologisch soll es ein. Am besten alles; Lebensmittel, Stoffe, Mobiliar und Wellnessprodukte – keine leichte Aufgabe für Hotels. Für junge, fortschrittliche Hoteliers jedoch mittlerweile fast eine Selbstverstänlichkeit. Wie die Umsetzung gelingt und was Gäste zu Stammgästen werden lässt, erzählt Saskia Bergmüller vom Naturhotel Edelweiß in Wagrain im Salzburger Land.

Frau Bergmüller, der Name „Naturhotel“ ist bei Ihnen Programm. Der Gast erkennt den roten Faden der Nachhaltigkeit rasch, natürlich nur den offensichtlichen Teil. Was bedeutet es für ein Vier-Sterne(S)-Haus wie Ihres auch den Abläufen im Hintergrund das Biosiegel zu verpassen?

„Alles einzeln aufzuzählen würde sicherlich den Rahmen sprengen. Es ist eine Menge Arbeit, die sich auf lange Sicht lohnt. Als Familie ist Nachhaltigkeit in unserem privaten Leben eine Selbstverständlichkeit, diese jedoch auf ein Unternehmen zu übertragen erfordert Zeit, Engagement und Wissen. Seit ein paar Jahren agiert unser Haus nachhaltig und ist weitgehend biologisch. Angefangen natürlich bei den Lebensmitteln, die wir aus der Region beziehen. Besonders bei den Fleischprodukten achten wir auf Regionalität, denn Fleisch und Wurst in Bioqualität wäre schwer zu kalkulieren. Irgendwo haben unsere Gäste eine Schmerzgrenze und wir auch. Wir bieten mit bestem Gewissen unsere Mahlzeiten an, viele Zutaten kommen aus unserem Garten und sind handgeerntet.
Schwieriger war es, die Abläufe im Housekeeping und unseren Wellness- und Versorgungseinrichtungen anzupassen. Das fängt an beim biologisch abbaubaren Putz- und Waschmittel und endet in unserem Green-Spa. So heißt unser Schwimmbad und der angeschlossene Wellnessbereich. Übrigens das erste Schwimmbad in Österreich als Passivhaus. Alle baulichen Komponenten entsprechen dem höchsten Standard an energieeffizienter Bauweise. Unser Green Spa benötigt nur 25% der Energie eines vergleichbaren Spa-Bereichs. Dabei macht uns die Nutzung der Erdwärme quasi unabhängig von externer Energie. Der rote Faden der Energieeffizienz zieht sich bis in den Außenbereich hinaus. Unser Schwimmbiotop ist sonnenbeheizt und zusammen mit der Liegewiese der Lieblingsplatz der Gäste im Sommer, natürlich neben den zahlreichen Gipfeln und Almen unserer Hausberge.
Unser Haus setzt Wasser und Energie sinnvoll ein, vermeidet Abfall und verwendet erneuerbare Rohstoffe und umweltverträgliche Produkte.
Alle Mühe lohnt sich in erster Linie für die Umwelt und damit für uns alle. Als äußeres Zeichen haben wir im Jahr 2011 den EnergyGlobe gewonnen. Die Auszeichnung gilt als der weltweit renommierteste Umweltpreis.

Wie schätzen Sie das Thema Nachhaltigkeit bei Gästen ein? Legen alle Wert auf Herkunft der Lebensmittel und Energieeffizienz oder steht die wohlverdiente Auszeit im Mittelpunkt?
Natürlich kommen die Gäste in erster Linie wegen unserer traumhaften ruhigen Lage hier oben am Berg und das ist auch richtig. Denn unser Umgang mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz sollte Normalität sein. Die Gäste müssen nicht wissen, wie wir agieren. Wir tun es einfach. Aber der Gesamteindruck unseres Hauses wird durch diese Aspekte abgerundet. So möchte ich behaupten, dass durch unser Gesamtkonzept Gäste zu Stammgästen werden.“

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